Bremen zieht Reißleine: Freipaak auf der Bürgerweide ab sofort dicht

13.10.2020
 © Kowalewski

Bremen steht am Donnerstag bei 46 Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen – sollte der Wert über 50 steigen, drohen schwere Konsequenzen. Der Freipaak auf der Bürgerweide muss schließen.

  • Coronavirus in Bremen: Kontrollen sollen illegale Partys verhindern.
  • Bremen droht Inzidenzwert von 50 zu überschreiten.
  • Freipaak auf der Bürgerweide muss schließen.

Update, 13. Oktober: Seit Beginn der Woche steht fest, dass auch der Kleine Freimarkt in der Innenstadt vorerst nicht stattfinden wird. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in der Stadtgemeinde Bremen wurde die Veranstaltung, die am Freitag beginnen sollte, vorerst abgesagt. Sollte sich der 7-Tage-Inzidenz- unter dem Grenzwert von 50 stabilisieren, sei eine später beginnende Durchführung der Veranstaltung jedoch nicht auszuschließen, wie dem Internetauftritt des Freimarkts zu entnehmen ist.

Update, 7. Oktober: Traurige Nachricht: Aufgrund der gestiegenen Corona-Zahlen hat der Freipaak in Bremen seit Mittwochnachmittag geschlossen. Das teilen die Veranstalter auf der offiziellen Facebook-Seite „Bremer Freimarkt“ mit.

Originalmeldung, 6. Oktober: Bremen – Bremen rechnet in Kürze damit, den kritischen Inzidenzwert von 50 zu reißen (50 neue Coronavirus-Infizierte auf 100.000 Einwohner an sieben Tagen). Für Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) ist es nur eine Frage von wenigen Tagen, bis der Wert überschritten wird. Das machte sie am Dienstag auf der Senatspressekonferenz deutlich. Ist das der Fall, treten neue, strengere Regeln für Feiern in Kraft: Gibt es Alkohol, darf mit höchstens 25 Gästen gefeiert werden.

Lang wird es nicht mehr dauern, bis Bremen den kritischen Coronavirus Wert überschreitet, das deutet sich bereits seit einigen Tagen an. 30, 40, 50 Covid-19-Infizierte am Tag sind die Regel. Das sind letztlich ohnehin nur die Fälle, die bekannt werden. Zur Zeit liegt der Sieben-Tage-Wert laut Senatorin bei mehr als 40. Claudia Bernhard warnte jedoch zugleich vor Panik. Die Lage in den Bremer Kliniken sei „in keinster Weise“ besorgniserregend. Das lässt sich auch aus den täglichen Coronavirus-Zahlen des Gesundheitsamtes entnehmen. Schwere Erkrankungen gibt es momentan kaum. Nur wenige infizierte Bremer liegen in Krankenhäusern, sehr weniger müssen beatmet werden.

Der Freipaak Bremen muss am Mittwoch schließen.
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Coronavirus in Bremen: Scharfe Kontrollen sollen illegale Partys verhindern

Was passiert, wenn der Inzidenzwert von 50 überschritten wird? Nun, für den Fall – vom dem Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hofft, dass er nicht eintritt – werden alle Feiern, auf denen Alkohol ausgeschenkt wird, auf höchstens 25 Menschen beschränkt. Partys ohne Alkohol dürfen mit 100 Teilnehmern über die Bühne gehen. Bisher gelten Obergrenzen von 250 (drinnen) und 400 Menschen (draußen). Auch Privatfeiern sind dann nur noch mit höchstens 25 Gästen zulässig. Partys und Großhochzeiten ohne Abstand und Masken gelten in Bremen als Grund für steigende Zahlen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) kündigte weiterhin scharfe Kontrollen sowie bei Verstößen das Beenden von Feiern an.

Bremen begrenzt Feiern: Quarantäne droht

Und der „Freipaak“ auf der Bürgerweide, der jetzt aufgrund einer Ausnahmegenehmigung mit 3000 statt 6000 Besuchern erlaubt ist? Der müsste sofort schließen, wird der 50er-Wert gerissen, betonte Bernhard.

Wie blickt Bremen auf das Reisen in den Herbstferien? Der schlichte Aufruf des Bürgermeisters: „Fahren Sie nicht in Risikogebiete!“ Reisebeschränkungen für innerdeutsche Corona-Risikogebiete lehnt Bovenschulte allerdings ab, hält sie auch mit Blick auf das Umland nicht für umsetzbar. Wer das weiterdenke, sei nicht nur bei Einschränkungen zwischen Bundesländern, sondern auch zwischen Landkreisen oder Gemeinden.

Beim Thema Reisen will sich Bremen an die auf Bundesebene vereinbarte Verordnung halten. Heißt: Mindestens fünf Tage Quarantäne für den, der aus einem Risikogebiet im Ausland kommt. Beendet werden kann diese dann mit einem negativen Test, der übrigens ab 15. Oktober selbst bezahlt werden muss, wie Bovenschulte betonte.

Bremen begrenzt Feiern: 71 neue Corona-Fälle

So viel neue Coronavirus-Fälle an einem Tag gab es seit Ausbruch im März noch nie: 71 neue Covid-19-Infizierte sind dem Gesundheitsressort am Dienstag bekanntgeworden. Damit stieg die Zahl der bekannten Fälle seit Ausbruch im März auf 2703. 2 175 (+13) Menschen gelten inzwischen als genesen. Aktuell gibt es laut Ressort 469 (+58) bestätigte Infizierte. 17 Corona-Patienten werden in Kliniken behandelt, davon müssen zwei beatmet werden, hieß es.