Der Aufbau läuft: 983. Freimarkt wirft seine Schatten voraus

16.10.2018
Breit, aber nicht mehr lang – das kleinere Bayernzelt.
Breit, aber nicht mehr lang – das kleinere Bayernzelt.
 © Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wenn die Arbeit getan ist, darf man sich auch mal selbst loben. Jedenfalls dann, wenn Bremens „fünfte Jahreszeit“ ansteht. Die Vorbereitungsarbeit für das Volksfest auf der Bürgerweide ist fast getan – zum zweiten Mal in der Regie des Wirtschaftsressorts. Und so lobt Marita Wessel-Niepel, im Ressort Leiterin der Abteilung für Gewerbe- und Marktangelegenheiten: „Das ist ‘n richtig guter Markt geworden.“

Der 983. Bremer Freimarkt, er beginnt am Freitag, 19. Oktober. Für alle, die es nicht erwarten können, sei es gleich verraten: Die Karussells drehen sich ab 16 Uhr. 17 Tage lang geht‘s dann rund – bis einschließlich Sonntag, 4. November. Die Organisatoren erwarten etwa vier Millionen Besucher.

Wessel-Niepel hofft auf gutes Wetter. Sie meint damit: „Nicht ganz so warm, aber ohne Regenschauer.“ Auf der Bürgerweide und auch rund um den Roland auf dem Marktplatz wird gegenwärtig noch tüchtig geschleppt und geschraubt. Die letzten Geschäfte sind in der Nacht zu Dienstag „aus Stuttgart gekommen“, so Wessel-Niepel. Auf der Bürgerweide steht bereits die Achterbahn „Euro Coaster“.

Wie berichtet, war am Freitag voriger Woche ein Sattelschlepper verunglückt, der „Euro-Coaster“-Teile geladen hatte. Die Zugmaschine brannte aus, nachdem auf der Autobahn 27 zwischen Walsrode-West und Verden-Ost ein Reifen geplatzt war. „Das war ein großer Schreck“, sagt Wessel-Niepel. Aber: „Der Anhänger konnte abgekoppelt werden.“ Bis auf „kleine Kratzer an Absperrgittern“ sei, was den „Euro Coaster“ betrifft, „nichts passiert“.

Der „Euro Coaster“ auf dem Freimarkt Bremen
 © Der „Euro Coaster“

1000 Bewerbungen habe sie auf dem Tisch gehabt, so Wessel-Niepel. 320 Zulassungen sprach ihre Behörde aus. Unter anderem für drei Riesenräder, zwei Achterbahnen, 13 Karussells, 16 Kinderkarussells, zwei Autoscooter, sieben Losbuden, 26 Spielgeräte, 63 Verkaufsgeschäfte und 128 Imbissbetriebe. Da ist doch gleich zu sehen, dass Bratwurst, Backfisch und Schmalzkuchen die Seele des Freimarkts ausmachen.

Großzelte – Streit um „Königsalm“ und Bayernzelt hin oder her – gibt es nur vier. „Die Zahl der Ausschankbetriebe ist nicht erhöht worden“, so Wessel-Niepel. „Der Freimarkt soll weiter ein Familienfest bleiben.“ Da will man sich in Bremen gern von manchem Jahrmarkt im Süden deutlich unterscheiden.

Neuheiten gibt es natürlich auch auf der Bürgerweide. Mit dem „Jules-Verne-Tower“ kommt der „höchste mobile Kettenflieger der Welt“ erstmals nach Bremen. In dem Kettenflieger können Freimarktsfans, wenn sie es denn aushalten, aus 80 Metern Höhe über Bremens Innenstadt und ihre Baustellen blicken. Der Kettenflieger erreicht eine Geschwindigkeit von 65 Kilometern pro Stunde, was in der Stadt ja eigentlich gar nicht erlaubt ist.

Aufbauarbeiten auch auf dem Marktplatz, wo Schornsteinfeger dem Roland am Freitag um 16 Uhr ein Herz umhängen.
 © Kuzaj

Zur virtuellen Zeitreise bittet „Dr. Archibald“, eine Geister- und Abenteuerbahn mit einer 800 Quadratmeter großen und animierten Fassade. Feuer-, Wasser- und Raucheffekte begleiten das Multimediaerlebnis – die Besucher genießen mit VR-Brillen einen 360-Grad-Rundblick.

Mit Schauspielern arbeitet die „Geisterstadt“, womit nicht Bremens City am Abend gemeint ist, sondern eine zweistöckige Geisterbahn. Eine weitere Neuheit ist „Jekyll & Hyde“ – nicht das Musical von vor fast 20 Jahren, sondern ein Fahrgeschäft, das ein Gefühl „fast wie bei einem Raketenstart“ verspricht. Bei starker Beschleunigung jedenfalls geht es hier 42 Meter hoch. Und es geht schnell: 130 Kilometer pro Stunde, heißt es. Also dann: „Ischa Freimaak!“

Der 983. Bremer Freimarkt dauert vom 19. Oktober bis 4. November. Öffnungszeiten: täglich 13 bis 23 Uhr; freitags und sonnabends bis 24 Uhr. Dienstag, 30. Oktober, ebenfalls bis 24 Uhr. Am Premierentag öffnen die Buden und Karussells um 16 Uhr.

 

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