„Dr. Archibald“ bringt weltweit einmaliges VR-Erlebnis auf den Freimarkt

19.10.2018
Dr. Archibald zieht Blicke über die Grenzen des Freimarkts auf sich und wirkt auch aus der Nähe durchaus beeindruckend.
Dr. Archibald zieht Blicke über die Grenzen des Freimarkts auf sich und wirkt auch aus der Nähe durchaus beeindruckend.
 © Köhnken

Dem genialen Wissenschaftler Dr. Archibald ist es gelungen, durch die Zeit zu reisen. Alles, was er benötigt, sind die VR-Technik und ein paar mathematische Berechnungen. Ehrungen und Lob sind ihm gewiss. Doch als er von einer seiner Reisen nicht zurückkehrt, ist es an wagemutigen Freiwilligen, den Doktor zu retten.

Diese Geschichte erzählt die weltweit einzige mobile Virtual-Reality-Fahrattraktion, die vom 19. Oktober bis zum 4. November auf dem Bremer Freimarkt zu erleben ist. Die Schausteller Patrick und Volker Greier und ihr Team haben - einer fixen Idee folgend - eine einzigartige Technik auf die Schienen gebracht und alles in eine atmosphärische Steampunk-Umgebung eingebettet.

Grundlage ihres „Dr. Archibald“ bildet eine ausrangierte Geisterbahn, in der die Fahrgäste früher in Zwei-Mann-Gondeln über besagte Schienen durch greifbare Horror-Elemente wie Ungeheuer oder Axtmörder gefahren wurden. All diese Requisiten haben die Schausteller rausgeschmissen, die Gondeln fahren nun durch eine karge Schienen-Landschaft, die jetzt durch VR-Technik mit Leben gefüllt wird.

Auf Basis der Unreal-4-Engine und mithilfe von Virtual-Reality-Brillen mit 2,5-K-Auflösung sowie leistungsstarken Computern erwacht eine Welt, in der die Vorstellungskraft des Entwicklerteams die Grenze des Erlebbaren bildet. Durch mehrere virtuelle Zeitzonen hinweg begeben sich die Besucher auf die Suche nach Dr. Archibald.

Das Innere von „Dr. Archibald“ könnte kaum unspektakulärer sein. Dank VR-Brillen und Dunkelheit bekommt das aber keiner der Fahrgäste zu Gesicht.
 © Köhnken

Für alle, die mit den Technik-Begriffen hinter der VR-Erfahrung wenig anfangen können, sei gesagt: Geräusche, das Rumpeln der Wagen und die Computer-Darstellungen ergeben im „Dr. Archibald“ ein virtuelles Erlebnis - eines, das nicht einmal die Freizeitparks von Heide Park bis Disneyland bieten können, erklärt Volker Greier. „Anstatt einen Film vor dem Auge der Besucher ablaufen zu lassen, ist unsere Technik in der Lage, jede Fahrt live zu berechen. Das ist einzigartig.“ 

Immer wieder verändern er und sein Bruder das „Dr. Archibald“-Erlebnis. Mal aus der Not heraus, weil es für die Technik keine Vorbilder gibt und Probleme bevorzugt am jeweiligen Einsatzort sichtbar werden. Oder sei es, weil das Team gemeinsam mit Informatikern von MR-Elektronik immer neue Ideen entwickelt. So sollen künftig mechanische Elemente wie Rauch und Heizkörper noch mehr Sinne der Besucher ansprechen.

Volker Greier ist einer der kreativen Köpfe hinter „Dr. Archibald“.
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Tatsächlich ist der Bremer Freimarkt erst die vierte Station, an der die Attraktion aufgebaut wurde. Nach zwei Besuchen in Hamburg und einem in Oldenburg geht es für die Schausteller als nächstes nach London in den Hyde Park. Und jedes Mal habe sich etwas verändert. Im heißen Sommer war das die Kühlung der PCs, in Bremen wiederum wurde der Zugang zur Attraktion neu gestaltet. Erstmals sind auch neue VR-Brillen im Einsatz, die sich reparieren lassen und ganz nebenbei bessere Ton- und Bildeigenschaften aufweisen.

Auf dem Bremer Freimarkt kostet der Eintritt zu „Dr Archibald“ 7,50 Euro - inklusive einer Einführung und eines Abschlusses, die zu Fuß durch eine Bibliothek beziehungsweise über Hindernisse hinweg bewältigt werden. Elektronische Zeitungen im Harry-Potter-Stil und die abstrakt-futuristische Steampunk-Aufmachung ergeben ein mit Humor gewürztes, stimmiges Gesamterlebnis. 

Eine stilisierte Eule ziert die Fassade der Attraktion und begleitet die Besucher auf ihrer Suche nach Dr. Archibald.
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Trotz des relativ hohen Preises haben die Brüder Greier bislang viele positive Erfahrungen gemacht. „Einige Gäste stellen sich gleich noch ein- oder zweimal an, um Ecke in der virtuellen Welt zu erkunden, die sie zuvor nicht gesehen haben“, sagt Volker Greier. Viele Besucher stünden vor der Attraktion und stellen Fragen, was sie dort erwartet. Allen Erklärungen zum Trotz: Wirklich erfahren, was eine VR-Erfahrung ausmacht, gelingt nur, wenn man es selbst ausprobiert, ist sich Greier sicher.