Glamour und Grusel: 984. Bremer Freimarkt ist eröffnet

18.10.2019
„Ischa Freimaak!“ Schon kurz nach Öffnung der Buden und Karussells war die Bürgerweide gut gefüllt.
„Ischa Freimaak!“ Schon kurz nach Öffnung der Buden und Karussells war die Bürgerweide gut gefüllt.
 © KOWALEWSKI

„Ischa Freimaak“ - der 984. Bremer Freimarkt ist eröffnet. Schon kurz nach dem Startschuss füllten sich die Gassen auf der Bürgerweide. Der Jahrmarkt dauert bis zum 3. November.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die Beine baumeln lassen in 80 Metern Höhe. Klingt abenteuerlich? Die Fahrt im „Aeronauten“, dem höchsten transportablen Kettenflieger, ist aber relativ entspannt. Aus den frei schwingenden Gondeln ist der am Freitag eröffnete 984. Bremer Freimarkt auf der Bürgerweide sehr gut zu überblicken. Der „Aeronaut“ steht praktischerweise ziemlich genau in der Mitte des Volksfestareals.

Bremer Freimarkt: Bester Blick auf die ganze Hansestadt

Der Blick geht nicht allein über den Freimarkt, auch der Bremer Dom ist zu sehen, der Fallturm an der Uni – sowie Hochhäuser und Windräder. Erst, wenn es abwärts geht, wird die Fahrt deutlich schneller. Bald ist Tempo 70 erreicht!

Die Fahrt eigne sich für Menschen von sechs bis 100, sagt Betreiber Jupp Hoefnagels (48) aus Herne. Bemerkenswert ist auch das Design des Anfang August in Betrieb gegangenen Fahrgeschäfts: Motive aus den Kindertagen der Luftfahrt treffen auf „Steampunk“-Stil – Männer und Frauen mit Fliegerbrillen sind an den Metallwänden zu sehen. Und auch Zahnräder und Maschinen im Stil des späten 19 Jahrhunderts – ein Gesamtkunstwerk. Das Stuhrer Unternehmen Afaw-Design hat die Bebilderung des in Österreich gebauten Fahrgeschäfts entworfen.

Höhepunkt auf der Bürgerweide: „Rock & Roller Coaster“

Auch Deutschlands „größte mobile Achterbahn mit Einzelwagen“, der „Rock & Roller Coaster“, beeindruckt bereits durch die Optik: Michael Jackson hockt auf einer Harley. Neben ihm zwei junge Frauen. Dazu eine nostalgische Zapfsäule. Ein Herz mit der Aufschrift „I love Freimarkt“ komplettiert die Szenerei.

Nebenan steht Tina Turner. Über allem, in 26 Metern Höhe, schwebt der King of Rock and Roll: Elvis Presley mit Gitarre in der Hand. Hinter dem Haltebereich ist das Bellagio-Hotel aus Las Vegas nachgebildet. Davor: Wasserfontänen wie beim Original. Die Welt des Glamours ruft.

Der „Rock & Roller Coaster“ bietet Fahrspaß für die ganze Familie. Geeignet ist die Bahn für Menschen von sechs bis über 90, sagt Betreiber Willi Vorlop (31), der mit der Anlage erstmals aus Hannover auf die Bürgerweide nach Bremen gekommen ist.

Wilde Maus und Geisterfabrik auf dem Freimarkt

14,50 Meter misst die höchste Bahn-Erhebung. Es geht zunächst etwas bergab, was schon für ein leichtes Kribbeln im Bauch reicht, dann wieder hinauf. Dann erst folgt die eigentliche Talfahrt. Auch ein darauffolgender Berg geht etwas in den Magen. Die Kurven sind knackig und erinnern an die „Wilde Maus“, die ebenfalls im XXL-Format auf dem Freimarkt vertreten ist. Die Gondel wird bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell. Fazit hier: Das macht Spaß und ist wirklich für alle Generationen geeignet.

In der „Geisterfabrik“ können die Fahrgäste derweil zum Revolver greifen und auf Zombies schießen – natürlich nur per Lichtpunkt. Am Ende der Fahrt mit der in diesem Jahr gebauten Geisterbahn gibt es eine Punktauswertung für die Treffer. Wer 50.000 Punkte erreicht hat – und das schafft laut Betreiber Rico Rasch (24) fast die Hälfte der Besucher – bekommt eine zweite Fahrt umsonst.

Überraschung zu Beginn der Geisterbahn

Schon zu Fahrtbeginn eine Überraschung: Nach zwei Kurven endet die Schiene einfach. Aber keine Sorge, die Sechs-Personen-Gondeln fallen nicht hinab! Sie werden mit einem Fahrstuhl auf 14 Meter Höhe gehoben. Dort toben die Zombies, tänzeln in Tonnen, springen aus Vitrinen oder treiben hinter einem Gitter ihr Unwesen.

Die Gesichter wirken entstellt. Ein Zombie hat einen Piratenhaken am Arm. In einer Kammer kippt ein weiterer Zombie eine Schubkarre mit Gedärmen aus. Ein anderer steht an einem Gyrosspieß. Eine wahrlich gruselige Szenerie. Auch Grusel gehört zum Freimarkt.

Viele Festzelte beim Bremer Freimarkt

Szenenwechsel. Wer vom Bahnhof auf die Bürgerweide kommt, geht durch einen weiten Eingangsbereich. „Wir haben in diesem Jahr vier Festzelte platziert. Die müssen alle an einem Ausgang stehen, damit es einen Fluchtweg gibt“, sagt Marita Wessel-Niepel, Abteilungsleiterin für Gewerbe- und Marktangelegenheiten im Wirtschaftsressort.

Viele Blicke zieht eine Neuheit auf sich, die wegen ihrer Größe (und ihres frühen Aufbaus) schon vorab für Aufmerksamkeit gesorgt hatte – die „Königsalm“, in der das Volksfest eröffnet wurde.

Öffnungszeiten des Bremer Freimarkts:

Der Freimarkt auf der Bürgerweide dauert bis Sonntag, 3. November. Geöffnet ist der Rummel täglich von 13 bis 23 Uhr – freitags und sonnabends sowie am 30. Oktober bis 24 Uhr.

Alle Infos zum Bremer Freimarkt auf freimarktlife.de.

 

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