Große „Almhütte“ erhält Zuschlag für Premium-Platz auf dem Freimarkt

21.09.2018
Die Vorfreude war groß: Nina Renoldi und Zeremonienmeister Luigi präsentierten der Presse Anfang Juli die Pläne für die „Königsalm“. 
Die Vorfreude war groß: Nina Renoldi und Zeremonienmeister Luigi präsentierten der Presse Anfang Juli die Pläne für die „Königsalm“. 
 © Esser

Bremen - Von Marvin Köhnken. Schlechte Nachrichten für alle Bayernzelt-Fans, gute für Freunde der „Almhütte“: Der langjährige Platzhirsch auf dem Bremer Freimarkt muss nun doch weichen. Statt der bekannten Festhalle wird es zwar keine „Königsalm“, aber immerhin eine vergrößerte „Almhütte“ geben.

Im Streit um den begehrten Premium-Platz auf der Bürgerweide hat am Freitag das Oberverwaltungsgericht Bremen eine Entscheidung für die Betreiberin der „Almhütte“, Nina Renoldi, getroffen. Allerdings muss auch die Bremer Schaustellerin einen kleinen Rückschlag hinnehmen: Die langjährige Beschickerin der „Almhütte“ hatte sich vorgenommen, erstmals mit der neu konzipierten „Königsalm“ auf dem 983. Bremer Freimarkt dabei zu sein.

Das neue Festzelt hätte noch einmal mehr Gäste aufnehmen können als die nun eingeplante größere Version der „Almhütte“. Während die Grundflächen beider Zelte identisch sind, besitzt die im Frühjahr fertiggestellte „Königsalm“ zwei Etagen, auf denen die Gäste feiern können. Ebendieser Unterschied ist auch Grund, warum die „Königsalm“ nicht für den Freimarkt zugelassen wird. 

Das Oberverwaltungsgericht folgt der Auffassung des Verwaltungsgerichts, dass die Bewerbung mit dem Geschäft „Königsalm“ nicht fristgerecht eingegangen sei. Es handele sich wegen der unterschiedlichen Bauweise um ein anderes Geschäft als die „Almhütte“ und nicht nur um eine Ergänzung der fristgerechten Bewerbung.

Bayern-Festhalle in abgespeckter Version 

Auf dem Platz, der zuletzt von Nina Renoldi und ihrer kleinen „Almhütte“ belegt wurde, wird nun eine abgespeckte Version der Bayern-Festhalle aufgebaut werden - die Stadt hatte nach Abweisung aller juristischen Beschwerden ihre ursprüngliche Entscheidung für die große „Almhütte“ und ein Bayernzelt in kleinerer Form erneuert. 

Bayer-Festzelt-Betreiber Jan Patrick Wolters, der die Rechtmäßigkeit der Platzvergabe angezweifelt hatte, muss nun mit weniger Fläche auskommen, um seine Kosten zu decken. Sowohl für Wolters als auch für Renoldi stellt der Premium-Standort auf dem Freimarkt eine erhebliche Einnahmequelle dar, mit der ihre hohen Investitionskosten gedeckt werden sollten.

Wolters war nach Bekanntgabe des Zuschlags für Renoldi erst vor das Bremer Verwaltungsgericht gezogen und legte später beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde ob der dort getroffenen Entscheidung ein, die „Almhütte“ statt der „Königsalm“ auf der Bürgerweide zuzulassen.

Der Senator für Wirtschaft wiederum hatte ebenfalls gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Beschwerde eingelegt und versuchte auf diese Weise, der „Königsalm“ den durch das Ressort zugewiesene Platz wieder verfügbar zu machen.