Renoldis „Königsalm“ feiert Premiere auf dem Freimarkt

10.07.2018
Die „Königsalm“ feiert ihre Premiere mit einem Heimspiel auf dem Bremer Freimarkt.
Die „Königsalm“ feiert ihre Premiere mit einem Heimspiel auf dem Bremer Freimarkt.
 © Windus

Bremen - Von Jörg Esser. Ein „Alpenparadies“ soll zum neuen Publikumsmagneten auf dem Freimarkt werden. Und dafür wird die „Bayern-Festhalle“ von ihrem Stammplatz verdrängt. Sieben Millionen Euro hat die Bremer Schaustellerfamilie Renoldi in die „Königsalm“ investiert. Premiere feiert das „imposante Bauwerk“ mit seinen fast 2.000 Plätzen für trinkfeste Besucher im Oktober auf der Bürgerweide. Das ist dann ein Heimspiel für Festwirtin Nina Renoldi.

Der Platzwechsel hat schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Die neue „Königsalm“ wird direkt an der Theodor-Heuss-Allee aufgebaut. Dort residiert seit Jahren, seit gefühlten Ewigkeiten, ein großes Bayernzelt. Das muss jetzt abspecken und an den Stammplatz von Nina Renoldis „Almhütte“ ziehen. Bayernzelt-Besitzer Jan Patrick Wolters, der das Zelt erst vor einem Jahr gekauft hat, fühlt sich als Verlierer des Wechselspiels. Er sagt: „Bremen ist mein Hauptplatz, auf dem Freimarkt muss ich das Geld verdienen, um Kredite für den Kauf des Zeltes zu bedienen.“ Dafür hat er in diesem Jahr weit weniger Platz zur Verfügung.

„Das hat alles die Stadt geplant“, sagt Renoldi. Die Wirtschaftsbehörde jedenfalls verspricht sich von der „Königsalm“ eine Bereicherung für den Freimarkt. Behördensprecher Tim Cordßen sagte: „Wir wollen den Platz mit dem neuen Zelt besetzen und gleichzeitig dem Bayernzelt auf verkleinerter Fläche eine andere Chance geben.“ Dies solle zunächst nur für dieses Jahr gelten.

Investition geht Zusage voraus

So weit zur Vorgeschichte. Zurück in die Zukunft. „Wir haben investiert, bevor wir die Zusage der Stadt hatten“, sagt Nina Renoldi. Rund vier Jahre dauerten die Planungen, zwei Jahre Bau und Einrichtung. Im Frühjahr sei das „Schloss aus Holz“ fertiggestellt worden, sagt die 40-jährige Festwirtin. Jetzt wartet die „Königsalm“, in Container verpackt, auf dem Areal der Renoldi im Gewerbegebiet Bayernstraße auf den ersten Einsatz.

Brot und Salz auf der Kutsche: Festwirtin Nina Renoldi und Zeremonienmeister Luigi wollen mit der neuen „Königsalm“ auf dem Freimarkt für positive Schlagzeilen sorgen.
 © Esser

Noch mehr Gaudi und alpenländische Lebensfreude kündigt Renoldi an. Der Innenarchitekt der Alm stammt aus Südtirol, der Tiroler Holzbildhauer Paul Gartner hat in seiner Schnitzwerkstatt 20 lebensgroße Tierfiguren aus Zirbelkiefer-Holz geschaffen, „die den Alltag in den Alpen widerspiegeln“. 

Zahlreiche Kutschen, Schlitten und Accessoires aus den Bergen (unter anderem 120 Kuhglocken, die als Lampen dienen) sollen den alpinen Look in der 40 Meter mal 40 Meter Grundfläche messenden und bis zu zehn Meter hohen Hütte abrunden. 

Für die „Königsalm“ seien 300  Kubikmeter Geschichte nach Bremen geholt worden, ergänzt Renoldi. Das Gebäude bestehe zu großen Teilen aus jahrhundertealtem Holz von gut 30 ehemaligen „Althöfen“ in Tirol, die zum Abriss freigegeben werden. Das alles verspreche „große Behaglichkeit“. Die Hütte sei „handfest, aber trotzdem schick“.

Freimarkt vom 19. Oktober bis 4.  November

Bis zu 1.900 Besucher sollen im Innern, in der Herzl-Bar, auf der Galerie und der „grünen Wiese“, Platz finden. In der „Almhütte“ reicht es für maximal 1. 000 Gäste. Übrigens: Die „Königsalm“ soll zukünftig auf Reisen gehen. Auch die „Almhütte“ ist weiterhin auf Volksfest-Tournee und sei keineswegs verkauft worden, sagt Renoldi. So wird die Hütte unter anderem auf der „Cannstatter Wasen“ in Stuttgart aufgeschlagen.

Die Gäste der „Königsalm“ erwarten laut Zeremonienmeister Luigi ein zünftiges Musikprogramm sowie Haxn, Hendel, Wiener Schnitzel, Salate, Desserts und Bremer Bier in Halbliter-Gläsern. Der Slogan lautet: „Klasse für die Masse.“ Der 983. Bremer Freimarkt läuft vom 19. Oktober bis 4.  November.