Unter Strom: Wie kommt Power auf den Bremer Freimarkt?

31.10.2019
Es blinkt und funkelt auf dem Freimarkt. Ohne Strom liefe auf Norddeutschlands größtem Volksfest gar nichts. Experte für die Kilowattstunden ist ein Unternehmen aus Walle.
Es blinkt und funkelt auf dem Freimarkt. Ohne Strom liefe auf Norddeutschlands größtem Volksfest gar nichts. Experte für die Kilowattstunden ist ein Unternehmen aus Walle.
 © Koller

Bremen - Es blinkt und funkelt, Würste liegen auf den Grills, kaltes Bier rinnt aus den Zapfhähnen. Alles ganz normal für Besucher des Bremer Freimarkts – vier Millionen werden es sein. Doch ohne Strom läuft nichts auf Norddeutschlands größtem Volksfest, das in diesem Jahr seine 984. Auflage feiert. Hinter all dem steckt der Elektrobetrieb Wehmann aus Walle. Fragen und Antworten zu den Experten der Kilowattstunden.

Wie viel Strom verbraucht der Freimarkt insgesamt?

Nach Angaben von Thomas Wehmann, Geschäftsführer von Elektro Wehmann, verbrauchen Riesenrad, Würstchenbuden und Partyzelte während des gesamten Freimarkts zwischen ein und 1,2 Millionen Kilowattstunden (kWh). Zum Vergleich: Beim Münchener Oktoberfest (6,3 Millionen Besucher) liegt der Stromverbrauch bei rund 2,84 Millionen kWh in 16 Tagen, der Kramermarkt in Oldenburg (850 000 Besucher) verschlingt etwa eine halbe Millionen kWh in zehn Tagen.

Wie lange dauern die Vorbereitungen?

Rund vier Wochen, inklusive vorheriger Planung, steckt das Unternehmen in die Vorbereitungen zum Freimarkt (inklusive Kleiner Freimarkt auf dem Marktplatz). Dabei müssen etwa 2,5 Kilometer Kabel verlegt, über die gesamte Dauer des Volksfestes die Sicherstellung sämtlicher Stromanschlüsse gewährleistet werden, sagt Wehmann. Dafür stelle die Firma den „gesamten Pool“ an Mitarbeitern, also zehn Gesellen und zwei Lehrlinge, zur Verfügung.

Welches Fahrgeschäft verbraucht den meisten Strom?

Die Wildwasserbahn „Wildwasser 2 – Auf Manitus Spuren“ benötigt am meisten Strom, gefolgt von den großen Festzelten (Bayern-Festhalle und „Königsalm“), berichtet Wehmann. Insgesamt finden sich 21 Fahr- und Laufgeschäfte auf dem Freimarkt, hinzukommen 22 Ausschankbetriebe und vier Kinderfahrgeschäfte.

Unterscheidet sich der Freimarkt hinsichtlich der Vorbereitung zu anderen Großveranstaltungen?

„Der Freimarkt ist mit Abstand die Veranstaltung mit den größten Ausmaßen“, sagt Thomas Wehmann und bezieht sich dabei auf die „geballte Leistung“ sowie die Anzahl der Anschlüsse, die benötigt werden. Neben dem Volksfest betreut die Firma unter anderem auch die Osterwiese, die „Breminale“, den Weihnachtsmarkt, den „Schlachte-Zauber“, die „Bremer Sixdays“ und das Musikfest.

Wie lange betreut der Betrieb den Freimarkt?

Seit 1987 sind die Mitarbeiter von Elektro Wehmann für die Stromversorgung zuständig. Thomas Wehmann selbst ist seit gut 20 Jahren dabei. Sein Vater Horst Wehmann, der 2018 gestorben ist und das Unternehmen zusammen mit Sohn Thomas bis dahin leitete, betreute das Volksfest seit den 70er Jahren.

Freimarktsbeerdigung 

Der Bremer Freimarkt auf der Bürgerweide läuft noch bis Sonntag, 3. November. Geöffnet ist der Rummel am Freitag und Sonnabend von 13 bis 24 Uhr. Zum Ende trifft sich am Sonntag um 20.30 Uhr eine bunte Trauergesellschaft unter Leitung von Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff, um den Freimarkt zu Grabe zu tragen. Ein buntgeschmückter Sarg – verziert mit Lebkuchenherzen und Kuscheltieren – läutet die letzte Runde auf dem Freimarkt ein, die Besucher bekommen Rosen. Die fröhliche Freimarktsbeerdigung endet gegen 22.30 Uhr im „Riverboat“. (gn)

Alle Infos zum Bremer Freimarkt finden Sie auf freimarktlife.de.